Mehr! Gebt ihnen mehr!

„Und was soll ich dem Kind zum Geburtstag* kaufen?“ (*wahlweise auch Weihnachten^^)

„Es braucht einen Schulranzen und ein neues Fahrrad! Am besten du gibst Geld dazu und wir kaufen dann mit ihr ein!“

„Ja und was sonst?“

„Wie? Was sonst? Das reicht doch^^ weißt du, was ein neuer Ranzen und ein Rad mit Gangschaltung kosten?“

Zum x.mal erkläre ich Tanten, Omas und Co, dass die Kinder mittlerweile alles im Überfluss haben. Von Bücher, CDs, Puzzle. .. über Spiele für drinnen und draußen, Fahrzeuge für draußen … und so weiter… Die Große hat einiges dem Kleinen weitergegeben und die Nachbarskinder ebenso. Das Haus und der Garten sind voll…

Wie wärs mal mit nem Gutschein zum Schuhe oder Klamotten kaufen, das verbindet ein Erlebnis mit Tante/ Oma/… mit etwas nützlichem, zudem würde es mich entlasten.

Oder das selbe für „Rossmann/Müller/dm/…“ und wie sie alle heißen, denn Windeln und Pflegeprodukte verbrauchen die Kiddies wie die Großen.

„Aber dann haben sie nichts zum auspacken! Ich möchte doch mit einem verpackten Geschenk kommen, das ich überreichen kann…“ wird dann gekontert…

…um wen geht es hier???, frag ich mich dann… Um den Schenker und sein Seelenheil, der das Pflichtprogramm absolviert und sein Gewissen beruhigt?…oder um die Kids, die Wertschätzung lernen sollen und nicht, dass man immer und immer überhäuft wird mit allem wie im Schlaraffenland. …. Ich möchte meine Kids zu Persönlichkeiten heranwachsen sehen, die Achtung, Respekt, Dankbarkeit und Wertschätzung kennen…. Ausserdem finde ich schön mitanzusehen, wie sie gerne! ihr Spielzeug teilen, die Große dem Kleinen die Handhabung erklärt und beide Dinge an kleinere ausrangieren, aus denen sie rausgewachsen sind.

Ich finde es nicht selbstverständlich so große Geschenke zu bekommen und befürchte, bei jedem folgenden Geburtstag oder Weihnachten die vorherigen Geschenke toppen zu müssen. .. Dass es den Kids irgendwann nicht mehr genügt was sie bekommen… Es verändert die Persönlichkeit, die Moral. …

Erklär das mal ner Oma und Co…. „Aber ich meins doch nur gut!“

 

 

 

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Arbeit und Familie- die alte Leier

Es trifft wohl nicht auf jeden Beruf zu und nicht auf jede Familie, aber dennoch scheint es ein sich ausbreitendes „Problem“ zu werden, seine Kinder und die Arbeit unter einen Hut zu bekommen. (Oder genug zu verdienen, dass nur einer arbeiten muss)

Mein Mann und ich arbeiten nun bald 20 Jahre(incl Ausbildung) im sozialen Bereich. Dort sind Schichtdienst und  Wochenend Dienst an der Tagesordnung.

Als ich noch keine Kinder hatte, machte es mir wenig aus um 6 den Dienst zu beginnen, oft geteilte Dienste zu arbeiten, gelegentlich Nachtschichten einzulegen und an den Wochenenden und Feiertagen 10 Stunden ausser Haus zu sein.

Klar habe ich meinen Partner in der Zeit weniger gesehen, aber nach oft 10- 16 Tagen am Stück (nein das ist nicht zulässig, aber auch keine Seltenheit) hatte ich dann 3-4 Tage am Stück frei.

Wir hatten eine andere Art zu leben, einen anderen Rhythmus, andere Prioritäten.

Nun haben wir Kinder die unseren Alltag bestimmen. Beide sind Wunschkinder und sollen hier keinesfalls zum Sündenbock gemacht werden.

Als meine Tochter 1 Jahr alt war, habe ich wieder angefangen zu arbeiten, nur 30%, mit der Aussicht nach einiger Zeit erhöhen zu dürfen, falls es mit der Betreuung durch die Omas gut funktioniert (warum es nie soweit kam, ist eine andere Geschichte). Ich hatte am Arbeitsplatz feste Tage vereinbart, dass mein Mann seinen Dienstplan danach richten konnte oder notfalls die Oma Zeit hatte.

Ich hielt damals die Nachtschicht für die ideale Lösung, was sich schnell als Trugschluss herausstellte. Ich hatte erst um 6.30Uhr Feierabend, wobei mein Mann um diese Zeit bereits beim Frühdienst sein musste. Das Kind alleine zu lassen kam nicht in Frage und wegen einer halben Stunde einen Babysitter (für morgens um 6) zu bestellen auch nicht. Die Oma im Nachbarort hätte das Kind gerne immer über Nacht zu sich genommen und sie dann morgens in den Kindergarten gebracht, was uns aber wieder zu viel war- SO OFT wollten wir sie dann auch nicht abgeben. Aus den vereinbarten festen Arbeitstagen, an denen dann mein Mann frei hatte, entstanden dann diese „Ausnahmen“. Ich sollte/ musste Schichten für andere übernehmen, machte Krankheitsvertretung und ehe ich mich versah, wurde ich verplant, anders als versprochen, da die vorher gezeigte „Flexibilität“ zur Regel gemacht wurde.

(Es muss hier erwähnt werden, dass wir nicht immer damit einverstanden waren/sind, wie die Oma mit dem Kind umging, bzw. dass sie uns in unserer Art zu erziehen nicht unterstützt, sondern vielmehr ihre eigenen Werte/ Vorstellungen… hat und nicht bereit ist, das zu verändern. Das ist auch eine andere Geschichte 🙂  )

Jetzt haben wir zwei Kinder. Ich arbeite nur tagsüber, was die Sache aber auch nicht einfacher macht. Der Kindergarten beginnt um 7.30Uhr und endet NOCH um 14.30Uhr, ab Oktober aber schon um 13.30Uhr (wg Personalmangel), meine Frühschicht geht aber von 6Uhr bis 13.45Uhr. Auch die Arbeitszeiten meines Mannes sind nicht mit den Kinderbetreuungszeiten vereinbar. Es müssen ja nicht nur die Dienstzeiten passen, auch der Weg dorthin, Zuhause-Kindergarten-Arbeit, dürfte nicht länger sein.

Mit der zuständigen Mitarbeiterin auf dem Rathaus habe ich bereits mehrmals Kontakt aufgenommen und immer die selbe Antwort erhalten: Sie haben nicht genügend Personal um die Betreuungszeiten auszudehnen.

Eine Tagesmutter? Ja die gibt es hier, aber bei meinem geringen Verdienst, würde ich dann nur für die Betreuung meiner Kinder arbeiten- Dann kann ich auch zu Hause bleiben.

Wiedermal versuche ich durch ein paar % Mehrarbeit an mehr Gehalt zu kommen, was beim derzeitigen Arbeitgeber aber aus verschiedenen Gründen nicht geht.

Ich hatte in den letzten Jahren so einige Vorstellungsgespräche, bei Arbeitgebern, die echt was zu bieten hatten. Nur jedesmal scheiterte es an den Arbeitszeiten.

Ich habe noch keinen Arbeitgeber kennengelernt, der gesagt hat „wir schaffen passenede Arbeitszeiten“ Gibt es das überhaupt?

Es gibt doch genug Mamis, die nach der Babypause wiedereinsteigen. Wie machen die das?

Ich habe keine Gleitzeiten und die zweite Omi wohnt 2Std Autofahrt von uns entfernt- außerdem arbeitet diese selbst noch im Schichtbetrieb.

Wiedermal sitze ich am PC und schaue nach freien Stellen im Internet, verschicke online Bewerbungen und ärgere mich über unflexible Arbeitszeiten.

Ich hatte mich ja bereits in meinem Betrieb angeboten, in den Zeiten, in denen meine Kinder im Kindergarten sind, eine Art Zwischendienst zu machen- abgelehnt. Ohne gute überzeugende Begründung.

Wie machen das andere?

Grenzen innerhalb der Familie

Es ist schön eine große Familie zu haben.

Wenn man sie nicht täglich sehen muss, ständig jemand etwas will und sie auch nicht in nächster Nähe wohnen.

Wenn man nicht ständig alles jedem erzählen muss, man sich alles anhören muss, sagen muss was man tut oder auch nicht und das womöglich noch begründen muss.

Es stört mich dieses MUSS! Wie eng MUSS das wirklich sein? Manchmal ist man auf Unterstützung angewiesen, aber dann kann doch jeder wieder seinen Weg gehen?

Man hat sich gern, ist froh einander zu haben, weiß die anderen Familienmitglieder zu schätzen und respektiert sie (mehr oder weniger)- Leben und Leben lassen.

Anstrengend wird es aber, wenn es eine oder mehrere Personen gibt, die alles und jedem ALLES erzählen. Die Themen sind dabei austauschbar: der Arbeitsplatz, das Gehalt, die Qualifikationen, die Kinder und deren Erziehung und damit verbundene Probleme, oder die Ess- und Schlafgewohnheiten, das Auto, Anschaffungen innerhalb des Hauses und deren Kosten….

Es ist vielleicht ein Klischee, aber meist sind es die Omas/Schwiegermütter, die nicht nur über alles Bescheid wissen wollen, sondern dann auch ihr Wissen zum besten geben müssen/ wollen. Und auch dabei werden keine Unterschiede gemacht wem sie was erzählen.

Ein Beispiel:

Die Nachbarin meiner SchwieMu ist Hebamme (in Rente). Sie grüßt nicht immer, ist meist mürrisch, holt sich aber ihre Informationen über andere bei gesprächsbereiten Nachbarinnen. Während meiner 1. SS habe ich sie oft gesehen, sie hat aber fast nie zurück gegrüßt und wir haben uns nie unterhalten. Meine SchwieMu hat aber regelmäßig (alle 2-3Tage) bei mir angerufen und sich nach meinem Befinden erkundigt. Fand ich damals noch ganz lieb…

Nach der Geburt meiner Tochter hatte ich eine Gebärmutterentzündung, was ich nur als hohes Fieber mit Schüttelfrost an die Schwieger weitergegeben habe, da ich erst nach 3 Tagen zum Arzt bin und die Diagnose erhalten habe. Mein Mann musste mich und das Baby einige Zeit zu Hause versorgen.

Als er zu seinen Eltern fuhr um für uns Mittagessen zu besorgen, kam eben diese Nachbarin zu ihm auf die Straße gelaufen und erkundigte sich, schon vorinformiert, über das Aussehen meiner Brüste, den Milchfluss,… usw…ganz nach Hebammenart wurde alles abgefragt.

Später am Tag hat mein Mann davon berichtet, auch er war nicht gerade begeistert von der Nachbarin derart überfahren zu werden und darüber, dass sie schon soviel wusste. Ich war entsetzt.

Die Antwort meiner SchwieMu auf das warum war übrigens „ach der kann ich das doch sagen, sie ist schließlich Hebamme und kennt sich aus! Und ich kenne sie schon 40 Jahre“

DAnke,meine Hebamme suche ich mir selber aus.

Habe ich denn kein Recht darauf, selbst darüber zu entscheiden, wem ich welche intimen Details erzähle?

Wenn ich etwas im Internet veröffentliche, geschieht das aus freiem Willen. Wenn ich aber etwas innerhalb der Familie erzähle, etwas so intimes, möchte ich doch, dass es auch innerhalb der Familie bleibt?

Es betrifft auch andere Lebensbereiche, die vielleicht nicht ganz so intim sind, aber dennoch nicht mit jedem besprochen werden: Geld, Verdienst, Ausgaben,…

Ich habe früher innerhalb der Familie selten ein Blatt vor den Mund genommen, ich war naiv und hab frei heraus posaunt was ich verdiene, was ich gekauft habe usw. Nicht nur einmal war ich mehr als sprachlos, wer diese Informationen letztendlich erhalten hat. Auch wenn es vom Erzählenden vielleicht überhaupt nicht böse gemeint war und nur in einer sonst belanglosen Unterhaltung mit ner andren Freundin oder am Arbeitsplatz so nebenbei am Rande erwähnt wurde… kann es vorkommen, dass ich die Kollegin meiner Mutter beim Einkaufen treffe und die schon weiß, dass ich nen neuen Job habe, unterbezahlt bin (wer ist das nicht) und dann fragt „kannst du dir das in deinem Korb da überhaupt leisten? Deine Mutter sagte, dir gehe es finanziell nicht sehr gut!“

Wo hören Grenzen auf und wo fangen sie an? Gibt es noch vertrauenswürdige Menschen? wenn nicht einmal die eigene Mutter etwas als privat erachtet, muss ich dann künftig jedem, mit dem ich mich unterhalte sagen: „DAS behälst du aber für Dich!!!“

oder ist das etwa zu viel verlangt?

Unnütze Geschenke

Meine Tochter war noch nie auf dem „rosa Trip“ (zu meinem Glück) sie war noch nie ein „Prinzessinnen- Fan“ oder von Glitzer sonderlich begeistert. Sie ist eher der  Typ: „Ronja Räubertochter“.

Sie hat seither lieber mit ihrem Kaufladen, ihren Autos, Bauklötzen oder Kuscheltieren gespielt. Vor allem war sie immer schon gern draußen: fährt gerne Rad, malt mit Straßenmalkreide und saut sich im Sand bis zu den Ohren ein. Jeder in der Familie weiß das, ich hab s zumindest immer erzählt und gehofft man hört mir zu.

Ich weiß nicht wann es anfing, es muss an einer Feier gewesen sein, da lagen diese Kinderfingerringe und Bänder auf dem Tisch. Auch Nagellack und rosa Schuhe (Riemchensandalen/ Lackschuhe) wurden ihr geschenkt. Das schlimmste fand ich aber dieses Buch. Ich weiß den Titel nicht mehr so genau, der Einband glitzerte  und die Zusammenfassung auf der Buchrückseite fand ich furchtbar.

Sie bekam das Buch von ihrer Oma, die sich angeblich  in einer Buchhandlung beraten lies. Der Verkäufer soll gesagt haben: alle Kinder in diesem Alter stehen auf Glitzer und rosa, darum habe sie es gekauft. Ungeachtet dessen wem sie es schenken wollte. Bei der Buch Übergabe habe ich gekniffen, (ich hätte es ablehnen und zurück geben sollen) da ich einen Streit vermeiden wollte. Ich hab nur am Rande erwähnt, dass das Buch nichts für sie ist. Die Oma hat natürlich widersprochen. Es hätte in einem großen Streit geendet und den Tag versaut. Meine Tochter hat das Buch nie freiwillig angesehen, daheim lag es sicher ein halbes Jahr in einer Ecke und wurde ignoriert. Mein Mann unternahm 1 oder 2 Versuche es mit ihr zu lesen, ohne Erfolg, so dass ich es verschenkt habe (ohne es meiner Tochter zu sagen) -es wurde bis heute nicht vermisst und ist 2 Jahre her.

Und so geht es seit Jahren, dass Dinge gekauft werden, die meist dieses „Klischee Mädchen“ erfüllen, ohne dass es ihrer Person oder ihren Interessen entsprechen würde.

Dazu gehört auch Kleidung, die völlig unangemessen ist. Wer bitte kauft denn einer 3 jährigen Schuhe mit Keilabsatz? Oder Leggings, aus „Plastik“ wenn doch bekannt ist, dass das Kind sehr empfindliche Haut hat und zu Neurodermitis neigt?

Auf Nachfrage warum das entsprechende Geschenk gekauft wurde, bekam ich Antworten wie: „ja weil sie doch ein Mädchen ist“   „ich (in dem Fall die Oma) fand es hübsch “

Dann sind da noch die Geschenke, die nach gefühlt einmal bespielen kaputt gegangen sind weil eben die Qualität mehr als mangelhaft war.

Ich fordere nicht ständig und teure oder exklusive Geschenke für die Kinder, ganz im Gegenteil, wir haben mehr als genug Spielsachen da. Es reicht doch wenn die Kinder zum Geburtstag, Ostern und Weihnachten etwas bekommen. Dann sollte es etwas sein, mit dem sie auch etwas anfangen können und das nicht gleich kaputt geht.

Anstatt immer diesen unnützen Ramsch zu kaufen, wäre es für die Kids vermutlich wertvoller, wenn die Personen Zeit mit ihnen verbringen würden. Das kann alles von Buch vorlesen, über Spiele spielen oder gemeinsame Unternehmungen sein. Davon können Kinder  lange zehren.

Und wenn man UNBEDINGT etwas schenken möchte, dann muss man aber auch UNBEDINGT den Kopf einschalten oder im Idealfall die Eltern fragen was das Kind brauchen kann!

Ich habe mit meinem Mann abgesprochen, dass wir Dinge, über die wir uns nur ärgern, nicht mehr annehmen und gleich zurück geben.

Ich merke an meiner Tochter jetzt schon, dass sie ihre Habseligkeiten nicht mehr recht zu schätzen weiß. Als neulich ein Haarreif zerbrach, meinte sie:“egal, Oma kauft mir sicher bald wieder einen…“ DAS hat mich entsetzt.

Ihre Straßenkreide wurde von der Nachbarin mit dem Auto plattgefahren. Sie hat dabei völlig emotionslos zugesehen und die nächste geholt. Oma hat ja genug gekauft. Die Kinder werden überhäuft, scheinbar egal mit was und wie viel, Hauptsache etwas mitgebracht.

Was Großeltern stattdessen tun könnten: wie wäre es, ein Konto einzurichten und monatlich einen Betrag ihrer Wahl einzuzahlen? Irgendwann brauchen die Kinder sicher dringend Geld für Studium? Führerschein? Auto? Usw…  Die meisten Kinder haben auch ein Sparschwein, in das man ab und an nen Euro stecken kann…

Wer vergleicht hier wen? und was soll mir das bitte bringen?

„Das habt ihr auch immer gemacht!“   „Oh je, wie oft musste ich bei dir…als du klein warst…“

„Dein Bruder konnte das aber schon früher…“ „Das haben unsre Kinder nie gemacht“

Diese immer wiederkehrenden Aussagen von Eltern, oder Großeltern, oder Nachbarn, oder…

Das Thema scheint dabei zweitrangig zu sein. Ob es ums schlafen, essen, Zähne putzen, trocken werden,…geht, völlig egal.

Ein paar Wettkämpfe im Leben sollen ja angeblich  ganz gut sein, uns fördern und stärken. Schön und gut, nicht nur im Kindergarten gibt es täglich Konkurrenz und Vergleiche, nein, das geht ja die ganze Schulzeit so weiter. Vom Leben als Teenager oder Erwachsener fange ich erst gar nicht an.

Wenn dann auch noch die Eltern und die Großeltern, am besten noch Onkels und Tanten, dem Kind unter die Nase reiben wer wann was wie gut konnte… Was macht das mit dem Kind und was macht das mit den Eltern?  wenn es ein oder zweimal vorkommt, kann man evtl noch drüber stehen und denken“Ok, danke für diese (unnütze) Information“ und weiter machen.

Wenn es aber ständig passiert, dass Vergleiche gezogen werden, kann das sehr unangenehm und belastend werden. Natürlich kommt es auf den Lebensbereich an, der verglichen wird und wie der Vergleich vorgebracht wird. Aber auch das wird im Unterbewusstsein abgespeichert und das füllt sich mit jedem Tropfen, wie ein Regenfass.

Das Kind fühlt sich womöglich schlecht, weil es nicht „funktioniert“ wie andere Gleichaltrige oder Verwandte, weil es „anders/ schlechter/ langsamer/was auch immer“ ist. Es hat Angst/ Sorge sich zu blamieren, nicht zu gefallen, zu enttäuschen und im schlimmsten Fall nicht geliebt zu werden… und versucht sich zu verbiegen um zu genügen… muss das denn sein?

Kein Kind bedankt sich dafür und freut sich darüber.

Warum kann man Kinder denn nicht in dem stärken wie sie sind? Sie vor Fehlern oder Gefahren bewahren ist das eine. Sie in ihren Fähigkeiten zu fördern das Andere. Aber auch das geht nur begrenzt, da man nicht immer an der Hand des Kindes geht.

Aber wenn ich darüber nachdenke, wie viele Informationen ich darüber habe, was meine Cousinen/ Cousins, die Nachbarskinder und Brüder in welchem Alter wie überragend toll konnten und wie lange ich (mittlerweile Mitte 30 und selbst 2 Kinder) dafür gebraucht habe, bei solchen aufkeimenden Gedanken mit „Ey leck mich, ich bin ich“ zu kontern….war es ein langer Weg. Mal sind wir stark und weniger angreifbar, ein andermal irritiert uns ein Blick und wir denken den ganzen Tag darüber nach.

Und warum wird überhaupt verglichen? Wird Bestätigung gesucht? Nach „Fehlern“ gesucht? Was soll es bringen? Ändern kann man Verhalten/ Fähigkeiten meist kaum… und diese „WasWäreWenn Spielchen“ führen in der Regel ins Uferlose und zu Tränen.

Es kostet immer wieder viel Kraft sich hinzustellen und zu sagen, dass für alles eine Zeit kommt. Auch wenn das Nachbarskind mit 2 angeblich trocken war und mit 10 Monaten gelaufen ist, müssen das meine Kinder nicht nachmachen. Sie sind einzigartig bis ins hohe Alter und das wird viel zu selten akzeptiert und respektiert. Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit und hat ein Recht darauf, als solche behandelt zu werden.

Man setzt seine Kinder und sich selber solch einem enormen Druck aus, das kann für die Seele nicht gesund sein.Wie sind diese kleinen Menschen, wenn sie mal groß sind und welches Päckchen gibt man ihnen damit zu tragen?

Diesen Text schreibe ich aus aktuellem Anlass. Seit meine Große auf der Welt ist, kämpfe ich dafür, dass sie damit in Ruhe gelassen wird. Auch meine Mutter/ Schwiegermutter/ Nachbarn haben nichts besseres zu tun, als zu schauen wer schneller, höher, weiter kommt. Ich sehe es als Unterschied wenn Eltern Erfahrungswerte austauschen oder Tips und Anregungen weitergeben, aber auch hier gilt:

„der Ton macht die Musik“ und

„wenn ich deine Meinung dazu hören will, frage ich danach!“